Fünf nahezu splitternackte Männer posieren im Eisenacher Theater am Markt. Das Stück „Ladies Night“ wird aufgeführt. Im Vorfeld ließen die Macher des Stückes hunderte Flugzettel drucken, auf denen zu einem Besuch des Theaters eingeladen und die Handlung kurz wiedergegeben wird. Wo einstmals Faust, Die Räuber und Romeo und Julia aufgeführt wurden, stehen heute Laienschauspieler, die sich ihren „Traum“ vom Strippen erfüllen möchten. Wo einstmals Lebenswerke von Shakespeare, Goethe und Schiller zu sehen waren, spielt heute die schlüpfrige Riege der modernen „Kunst“. „Sex sells“ lautet das Motto der etablierten Drehbuchautoren.
Was diese Inszenierungen mit deutschem und europäischem Kulturverständnis gemein haben, erschließt sich dem Zuschauer kaum. Lediglich die 68-er feiern diese Werke in ihren Feuilletons und Internetauftritten als das moderne Verständnis von Kunst. Jede noch so perverse Aufführung wird frenetisch von jenen bejubelt, die dafür gesorgt haben, daß Theater massenhaft zugrunde gehen.
Denn kaum jemand möchte halbnackte und stark übergewichtige Frauen sehen, die sich in einer „modernen“ und abartigen Inszenierung von Goethes Faust gegenseitig mit Sexspielzeug bearbeiten (tatsächlich so aufgeführt im Meininger Theater). Und wer nackte Männer sehen möchte, kann auf andere Lokalitäten ausweichen.
Jedes Volk schreibt seine Kultur selbst, und jedes Volk lebt sie. Wenn allerdings ein paar Wenige die deutsche Kultur umkehren und zum Schauplatz perverser Fantasien machen, dann gute Nacht. Vielmehr gilt es, wieder anständige und lehrreiche Werke aufzuführen statt dieser modernen Bühnenpornographie! |